"Raucher aller Länder, vereinigt euch!"
Der hilflose Versuch, das Manifest des Karl Marx auf Drogensüchtige zu übertragen wirkt zuerst einmal über die Maßen lächerlich. Zu was soll man sich vereinen? Zu einem gemeinsamen Schlag gegen die allfällige "Nichtrauchermafia"? Für "Freiheit zum Drogengebrauch" oder ganz einfach zum gemeinsamen Sterben an Lungenkrebs?
"18 Millionen Deutsche werden entrechtet, europaweit sogar mehr als 100 Millionen."
Es zeugt schon von fast
nicht mehr zu steigernden Verwirrtheit, wenn man Rauchverbote als
"Entrechtung von Menschen" bezeichnet. Folgt man dieser absonderlichen
Einlassung, wären alle Gesetze, die eine Einschränkung der
persönlichen Freiheit bedeuten, per se eine "Entrechtung". Mit der
gleichen "Logik" könnte der ADAC dann verlautbaren lassen,
Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen seien eine
"Entrechtung der Autofahrer".
"Man verwehrt diesen Menschen das Recht, in öffentlichen Räumen, Gaststätten und Verkehrsmitteln Tabak zu geniessen."
Abgesehen davon, Herr Ropohl, dass man
"genießen" immer noch mit "ß" schreibt, ist derlei in der
Tat ein
schwerwiegender Verstoß gegen die Menschenrechte. Wieso ist noch
niemand von den einschlägig bekannten Organisationen wie "Human
Rights Watch" oder "amnesty international" darauf gestoßen, dass
hier akuter Handlungsbedarf besteht? Schließlich ist
aktiver Drogengebrauch ja ein Grundrecht des Menschen und jemand, der
eine
legale Droge erwirbt, hat ja wohl das unveräußerliche Recht,
diese an allen Orten und zu allen Zeiten ohne Rücksicht auf die
Belange anderer zu konsumieren.
"Damit schränkt man ihr Grundrecht auf freie Persönlichkeitsentfaltung drastisch ein."
Das stimmt. Der Begriff "Rechtsgüterabwägung" scheint Herrn Ropohl allerdings nicht geläufig zu sein. Oder wie kann man sonst auf die fixe Idee kommen, jedes Grundrecht sei durch ein Individuum vollkommen schrankenlos wahrzunehmen und eine Inkaufnahme der Verletzung der Grundrechte anderer Menschen sei daher vollkommen akzeptabel?
"Das wird einer verfassungsrechtlichen Überprüfung mit Sicherheit nicht standhalten."
Doch, Herr Ropohl, das hat
es bereits. Das BVerfG hat in seiner Urteilsbegründung vom 30.7.08
sogar ausgeführt, dass auch ein unbeschränktes Rauchverbot
verfassungsgemäß wäre. Sie sollten nicht über
Rechtsdinge sprechen. Das ist nicht Ihr Fachgebiet.
Nun, wem seine
eigene
Gesundheit völlig egal ist, der dürfte auch mit der
Fragestellung überfordert sein, ob andere Menschen dieser
Gesundheit eventuell einen höheren Stellenwert einräumen als
man selber. Nicht jeder ist so dumm und zerstört sich selbst.
Auch wenn diese Erkrankungen nicht immer unbedingt tödlich enden, so sind sie doch für Menschen schwerwiegend. Herr Ropohl scheint als Raucher sowieso nicht verstanden zu haben, dass Gesundheit einen wesentlichen Teil von Lebensqualtität ausmacht.
"Zu dieser Behauptung, die vor rund dreissig Jahren in den USA erfunden wurde, sind unzählige Untersuchungen angestellt worden, die durchweg allein auf statistischen Schätzungen beruhen."
Da irrt Herr
Ropohl mal wieder. Es
waren die "bösen Nazis" die Passivrauchen als Erkrankungsrisiko
"entdeckt" hatten. Diesmal war es also nicht der "böse Ami"
sondern Hitolf Adler persönlich, der dem Passivrauchen den Kampf
angesagt hatte.
Es ist schon erschreckend,
dass ein ehemaliger Prof. den aktuellen Stand der Forschung nicht kennt
oder nicht zur Kenntnis nehmen will.
Ja, Herr
Ropohl, das ist schlimm. Sie
haben mein tiefsten Mitgefühl. Sie armer entrechteter
Tabakgenussraucher.
"Die gesetzlichen Rauchverbote verstossen gegen den Rechtsgrundsatz der Verhältnismässigkeit:"
Aha. Der Herr lässt sich nun zu juristischen Fragestellungen ein.
"(1) Rauchverbote sind überhaupt nicht geeignet, zusätzlichen Gesundheitsschutz zu schaffen. Wenn Umgebungsrauch die Gesundheit nicht gefährdet, sind Rauchverbote nicht nur nicht geeignet, sondern sie sind sinnlos."
Leider ist eine Schlussfolgerung
bereits dann falsch, wenn sie schon auf einer einzigen falschen Annahme
basiert. Ach ja: Und die Erde ist eine Scheibe.
"(2) Rauchverbote sind nicht erforderlich. Selbst wenn sie geeignet sind, eine Minderheit empfindlicher Nichtraucher vor Belästigung zu schützen, gibt es mildere Mittel, dieses Schutzziel zu erreichen. Man kann im öffentlichen Raum praktikable Abgrenzungen von Nichtraucher- und Raucherbereichen vorsehen, die beiden Seiten die freie Wahl belassen. Das hatte sich bei den Eisenbahnen seit Jahrzehnten bewährt, bevor nun auch hier grundlos totale Rauchverbote verhängt werden."
Warum sollte man teure
technische Maßnahmen implementieren, wenn man das gleiche Ziel
durch ein
einfaches Rauchverbot errreichen kann? Dadurch sinken Gesundheits- UND
Kostenbelastung zeitgleich. Und ich zahle doch nicht dem Raucher
"seine" Lüftung mit, so dass er mich nicht mehr vergiftet.
Wobei noch
zusätzlich keineswegs bewiesen ist, dass
Lüftungsmaßname überhaupt geeignet sind, damit ich im
Restaurant nicht vom Qualm des hinter mir sitzenden Qualmers vergiftet
werde. Denn zuerst zieht sein Qualm bei mir vorbei und danach dann erst
in die über uns angebrachte Lüftungsanlage. Oder kann Herr
Ropohl erklären, warum Diffusion jetzt plötzlich sprunghaft
werden solte?
"(3) Der Schaden allgemeiner Rauchverbote steht in einem krassen Missverhältnis zu einem kaum nachweisbaren Nutzen."
Schaden???? Von welchem messbaren
Schaden redet dieser Mann? Wem schanden denn die Rauchverbote? Doch nur
den nikotinsüchtigen Dauerkiffern, die ohne Droge keine 20 Minuten
still sitzen können.
"Millionen Menschen werden von der Teilhabe an öffentlicher Geselligkeit und Mobilität ausgeschlossen."
Biiiittee? Wieso? Wenn diese Menschan
nicht dauernd ihrem Drogenkonsum nachkommen müssten, könnten
sie
vollumfänglich am öffentlichen, sozialen und kulturellen
Leben teilhaben. Zur Not hilft halt ein Drogenentzug. Niemand muss zu
Fuß gehen, weil er mit der DB nicht fahren darf. Er muss halt nur
mal auf die Kippe verzichten können. Dieser Herr Ropohl ist schon
reichlich bizarr
in seinen Gedankengängen....
"In Arbeitsstätten, Fernzügen, Krankenhäusern und Altenheimen werden sie zu leidvollem Genussverzicht gezwungen."
Ja, das ist
wirklich unerträglich.
Immerhin in das "Recht auf Genuss" im Grundgesetz verankert (welkcher
Artikel war das nochmal?). Und diese armen Menschen müssen nun
unter zwangsweisem von außen
oktruiertem Genussentzug leiden, nur wil ein paar neurotische
und genussfeindliche der Askese verhaftete Nichtraucher sie dazu
verdammen. Ein unhaltbarer Zustand. Gerade in
Krankenhäusern, namentlich den Stationen der Onkologischen
Pulmologie, wo der Lungenkrebspatient behandelt wird, muss das
Rauchverbot dringend aufgehoben werden! Rauchen ist ein Grundrecht bis
ins Endstadium. Jawohl, Herr Ropohl (hey, das reimt sich sogar!
)
"Schliesslich sind Zigtausende von Gaststättenbesitzern in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht,"
Auch das ist ein
schlagendes Argument. Weil es wirtschaftliche Zwänge gibt, werden
andere Bedenken (Gesundheit und Wohlergehen der Nichtraucher)
vollständig ignoriert. Ich bin daher auch für die rigorose
Freigabe des Waffenhandels. Sachließlich sind die strengen
Waffengesetze in der EU die Ursache dafür, dass jedes Jahr
10.000de kleiner Waffenhändler ihre Betriebe schließen
müssen und zu Empfängern von sozialen Transferleistungen
werden. "One man, ten rifles!", Mr. Ropohl, that's what WE want!
"und eine traditionelle Kneipen- und Tabakkultur wird zerstört."
Genau. Der Drogengebrauch ist schließlich eine kulturelle Errungenschaft, so wie Theater, Tanz, Musik, Malerei, Literatur, Dichtkunst etc. etc. Und das Prekariat hat daher auch einen unveräußerlichen Anspruch auf "seine" Kultur.
"Die Organisationsmenschen bei Fluglinien, Verkehrsbetrieben und öffentlichen Gebäuden missbrauchen die unbegründete Angst vor dem Tabakrauch als Alibi, um mit allgemeinen Rauchverboten lächerliche Reinigungskosten einzusparen. "
Ein wahrhaftiger Skandal!
An dieser Stelle muss ich
diesen Text beenden. Passivrauch verursacht mir ja bereits
Kopfschmerzen.
Dieses unsägliche
Geschwätz von Herrn Ropohl ist aber viel übler. Zu den
Kopfschmerzen kommt jetzt auch noch ein unerträglicher Brechreiz
hinzu. Ich muss mal eben "wohin"...