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| Vorgestellt wird ein
Audioverstäker,
der eine Ausgangsleistung von > 120 Watt an einen 4 Vorwort Es ist bekanntermaßen um einiges schwieriger, für einen Bass einen hohen Schalldruck aus einem Lautsprecher zu prodzieren als für eine elektrische Gitarre. Aus diesem Grunde habe ich bei der Konstruktion des im Folgenden beschriebenen Verstärkers folgende Leitprinzipien im Auge gehabt:
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1. Vorverstärker mit Klangeinstellung
Die Schaltung offenbart keine Besonderheiten.
Es handelt sich um einen 4-stufigen Verstärker mit 2 bipolaren
Transistoren
(BC 547 o. ä.) als ersteund letzte Stufe und einem dualen
Operationsverstärker
(LM 358). Das NF-Signal des Basses durchläuft zuerst den
Vorverstärker.
Charakteristisch für diese Stufe ist die Gegenkopplung am Emitter,
die durch einen 330
-Widerstand
erzeugt wird. Dadurch sinkt der Verstärkungsfaktor zwar
geringfügig
ab, jedoch verbessert sich die Linearität im Bezug auf
Signalverstärkung
und den Frequenzgang erheblich. Da die gesamte Einheit eine mehr als
ausreichende
Durchgangsverstärkung hat, ist der Verlust an
Verstärkungsfaktor
durchaus zu verkraften.
Am Ausgang dieser Stufe findet sich
dann eine schaltbare Höhenabsenkung, die durch einen Kondensator
0.1uF
realisiert wurde. Das Signal gelangt nun auf den Eingang des ersten OPs
des LM358. Nach der Verstärkung trifft es auf ein Netzwerk, das in
die Gegenkopplung des zweiten OP eingebunden ist (zwischen
nicht-invertierendem
Eingang und Ausgang des OP). Hier werden je nach Stellung der 3
Regelwiderstände
die Tiefen, Mitten und Höhen des Tonsignals entsprechend mehr
weniger
stark gegengekoppelt und damit abgeschwächt. Auf den Ausgang
dieses
OP folgt nach dem Lautstärkeeinsteller (Potenziometer 10k
)
eine abschließende Verstärkerstufe (ebenfalls wieder im
Emitter
gegengekoppelt), die das Signal dann dem Endverstärker
zuführt.
Diese Gegenkopplung ist mit einem Poti von 100
realisiert.
Beim späteren Einmessen des gesamten Verstärkers
wird dieses Poti so eingestellt, dass die Verzerrungen infolge
Erreichens
der Sättigung, die vom Vorstärker ausgehen, in etwa bei der
gleichen
Ausgangsleistung einsetzen, bei der der Endverstärker ebenfalls in
die Sättigung kommt. Zur Beobachtung dieser Phänomene sind
die
vorher beschriebenen Messgeräte erforderlich. Man gibt ein
Sinussignal
(U=0..1V
eff
., f=100 Hz) auf die Anlage und beobachtet das Ausgangssignal:
Die Sättigung des Vorverstärkers wird dann erkennbar sein an
einer sich bildenden Sägezahnform der Ausgangssignalkurve bzw.
leichten
"Ecken" oder "Zacken" im Kurvenverlauf die dort nicht hingehören.
Der Endverstärker sättigt dagegen erkennbar durch Abschneiden
der oberen und unteren Kurvenhülle nahe dem Spannungsmaximum.
Die Stromversorgung der Baugruppe
beträgt intern 12V. Sie wird generiert aus einer Spannung von ca.
16V. Da der Endverstärker eine doppelte Spannungsversorung
benötigt
(Ub = +/-36V bis +/- 42V, siehe unten), wird die niedrige
Eingansspannnung
durch Einschalten eines Vorwiderstandes im positiven Zweig der
Hauptverstärkerversorgung
erzeugt (vrgl. Schaltplan: hier wurde ein Widerstand R=560
eingebaut,
weil ich das Gerät mit einem 7812 betreibe, der einen höheren
Ruhestrom aufweist als ein 78
L
12). Zur Ermittlung des korrekten
Wertes des Vorwiderstandes misst man die Stromaufnahme des
Vorverstärkers
und den Ruhestrom des Spannungsreglers an einem regelbaren Netzteil (U
ca. 16V), addiert beide und errechnet sich dann den notwendigen
Vorwiderstand
für die Spannung von +Ub.
Achtung: Ein Spannungsregler wie der 78(L)12 darf nicht direkt an die hohe Spannung von +Ub angeschlossen werden, da sonst seine Leistungsaufnahme zu hoch bzw. die höchste zulässige Eingangsspannung (max. 35V!) überschritten würde.

2. Der Endverstärker
Auch diese Schaltung ist weitgehend unkritisch. Ein paar Bemerkungen trotzdem:
Zuerst etwas Allgemeines: Die Schaltung enthält die bekannten Prinzipien für leistungsstarke NF-Verstärker: Ein Differenzverstärker im Eingang, eine darauf folgende Konstantstromquelle zur Einstellung des Ruhestromes, dann bipolare Komplementärtransistoren in Treiber- und Endstufe etc. Das Ganze wird gespeist aus einer dualen Stromversorgung von +/-36 V (ergibt P out ca. 100W) bis +/- 42V (ergibt P out ca. 130W).
Weiterhin erwähnenswert erscheint mir:
a) Die 4 Endstufentransistoren sollten auf einem möglichst großen Kühlkörper unter Zwischenlage der Gehäuserückwand (Alu) montiert werden.
b) die beiden Treibertransistoren (BD 139, BD 140) können auf kleinen Winkelkühlblechen, wie sie im Handel für diese Transistorgehäuse angeboten werden, direkt auf die Platine montiert werden. Sie produzieren relativ wenig Wärmeleistung, daher ist dieser Punkt unkritisch.
c) Die Einstellung des Ruhestromes
wird mit dem 5k
-Poti
vorgenommen. Man misst den Spannungsbfall über dem 0,1
-Widerstand
zwischen der Mittelleitung und den Kollektoren der
Endstufentransistoren
und rechnet mit der Formel I=U/R dessen Höhe aus. Er sollte ca. 50
bis 80 mA betragen.
d) Die 0.1
-Widerstände
an den Endstufentransistoren und der 5.6
-Widerstand
am Ausgang sind Hochlast-Drahtwiderstände mit einer
Leistungsaufnahmekapazität
>
= 5 W. Alle anderen Widerstände der Leistungsstufe sind
1-Watt-Typen,
in den Vorstufen sind 0,25 W-Typen ausreichend.

Testen der Schaltung
Der Endverstärker wird mit einem
Hochlastwiderstand 4
/50
Watt (evtl. mehrere Einzelwiderstände, z. B. 7 x 27
=> 3.8
parallel
zusammen
schalten) anstatt eines Lautsprechers abgeschlossen und zusätzlich
mit einem Osilloskop bebachtet. Statt der Sicherungen in den
Stromleitungen
setzt man ebenfalls Hochlastwiderstände (10
/10Watt)
als Schutzwiderstände ein und schließt die Schaltung an eine
doppelte Stromversorgung von ca. +/- 30 V an. Der Eingang des
Verstärkers
wird mit einem sinusförmigen Signal von ca. 400 Hz und ca. 100 mV
U
eff.
"gefüttert". Am Ausgang muss nun ein sinusfürmiges
Ausgangssignal von nur wenigen Volt (ca. 1-2 V U
eff.
) erscheinen.
Eine hohe Aussteuerung ist bei dieser Beschaltung natürlich nicht
möglich, da der Spannungsabfall an den Schutzwiderständen zu
groß ist und der Endverstärker eine nicht unerhebliche
Stromaufnahme
verursacht.
Arbeitet die Schaltung einwandfrei,
werden die Schutzwiderstände entfernt und durch die angegebenen
Sicherungen
ersetzt. Nun sollte bei voller Aussteuerung (ca. 1 V U
eff
am
Eingang) und 4
Lastwiderstand
am Ausgang dort eine Spannung von ca. 22V U
eff.
erscheinen.
Daraus ergibt sich nach der Formel
P=U²/R
eine Ausgangsleistung
von 484V²/4
=
ca. 120 Watt.
3. Der Audiokompressor
Aufgabe dieser Schaltung ist es, die Aussteuerung des Verstärkers zu erhöhen, wenn die Saite ausschwingt und dadurch die Eingangsspannung am Verstärkereingang zurück geht. Das "Sustain" des Tones wird dadurch verlängert. Diese Schaltung arbeitet ebenfalls wieder mit dem Dual-OP LM 358. Beide Verstärker des OP werden parallel betrieben. Die erste Stufe steuert mit dem Einganngssignal einen NPN-Schalttransistor der eine Lampe 12V/0.1 A betreibt. Diese ändert daraufhin ihre Lichtstärke linear zum Eingangssignal. Im Lichtweg dieser Lampe liegt ein LDR, der in die Gegenkopplungsleitung des zweiten OP geschaltet ist. Dieser verstärkt das Eingangssignal nun in Abhängigkeit der Lichtstärke der Lampe. Geht die Eingangsspannung am 1. OP zurück, wird die Lampe dunkler, der Widerstand des LDR am zweiten OP erhöht sich, dadurch sinkt die Gegenkopplungsrate ab und die Verstärkung steigt an. Aufgrund des "Optokopplers" in der Schaltung muss der Audiokompressor von Fremdlicht abgeschirmt betrieben werden.

4. Das Netzteil
Auf eine Beschreibung eines Netzteiles für die doppelte Stromversorgung verzichte ich bewusst. Es gibt sehr viel Schaltungen im Netz. Die Anforderungen seien kurz umrissen:
a) Leistung ca. 200 W Minimum (also
ist für einen ausreichend großen Trafo zu sorgen!)
b) Ausreichende Siebkapazität
(C >
= 2 x 4700 uF).
c) Gleichrichter mindestens 100V/50A
und direkt am Gehäuse (Kühlung ist alles!) zu montieren.
Dass bei einem derart kritischen Teil wie einem Netzteil sehr sorgfältig und nach den Regeln der Elektrotechnik gearbeitet werden muss, ist selbstredend. Auf diesen speziellen Fall übertragen bedeutet dies u. a.:
"Brummschleifen"
Ein häufig wiederkehrendes Problem bei leistungsstarken Niederfrequenzverstärkern sind "Brummschleifen". Sie entstehen, wenn eine Baugruppe (beispielsweise der Vorverstärker) Massepotenzial über verschiedene Wege erhält. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn die Baugruppe 0 V einerseits über das Metallgehäuse erhält und andererseits über die Abschirmung eines Niederfreuqenzkabels, das masseseitig auch an einer anderen Baugruppe angeschlossen ist. So werden 50 Hz-Spannungen aus dem Netzteil in die NF-Leitungen induziert, die sich als Brummen im Lautsprecher bemerkbar machen. Gegenmaßnahme: Jede Baugruppe erhält Masspotenzial nur über einen zentralen Punkt. Man muss allerdings nicht so weit gehen, wei man es gelegentlich in der Literatur beschrieben sieht, dass also alle Masseverbindungen über Kabel sternförmig von einem Punkt (z. B. am Netzteil) geführt werden. Ich habe beim vorliegenden Verstärker die gesamte Masse als 0-Potenzial am Gehäuse liegen und versorge hiermit alle Baugruppen mit GND. Die Abschirmung von NF-Leitungen löte ich stets nur an der abgebenden Baugruppe an. Auch bei voll aufgedrehtem Lautstärkeregler ist bei angeschlossenem Instrument kein Brummen sondern nur das Rauschen der Transistoren und der OPs des Vorverstärkers hörbar. Störend tritt dies allerdings nicht auf.
"Line-out"
Wird ein unabhängiger Ausgang benötigt, um z. B. ein Mischpult anschließen zu können, bietet es sich an, die abschließende Verstäkerstufe des Vorverstärkers ein zweites Mal aufzubauen und diese eingangsseitig der ersten parallel zu schalten.
Aussteuerungsanzeige
Eine Aussteuerungsanzeige mit LEDs (wegen der Trägheitslosigkeit) kann auf der Basis eines dafür als Standardteiles angebotenen ICs oder mit einer Kette von Operationsverstärkern, die als Differenzverstärker mit einer Kette von Spannungsteilern am Eingang geschaltet sind, realisiert werden. Eleganter geht es allerdings mit einem Mikrocontroller, da hier linear leistungs- und nicht unlinear spannungsbeozogen angezeigt werden kann. Die Baubeschreibung entsteht gerade.
Gehäuse
Wenn ein passendes Metallgehäuse nicht beschaffbar ist, tun es auch Alu-Zuschnitte und Winkelprofile aus dem Baumarkt, die zu einem Gehäuse zusammengesetzt werden (siehe Abbildungen).
Und nun: Viel Spaß beim Nachbauen!

Innenansicht: Die vier Endstufentransistoren
in TO-218-Gehäuse sind an der Rückwand isoliert verschraubt,
davor sind die Treiber und die Hochlastwiderstände zu sehen.
Innenansicht von oben.
Vorderansicht - Es wurde ein hier
noch nicht
beschriebenes LED-Aussteuerungsmessgerät
basierend auf einem Mikrocontroller ATMega8 und ein Audio-Kompressor
eingebaut.
Ausgangssignal des Verstärkers
bei f=120Hz und P
out
=140W an R
Last
=4
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6. Ergebnisse
Ich betreibe den Verstärker
mit einer ebenfalls selbstgebauten Box. Diese ist bestückt mit 2
Chassis
Visaton
BG30NG
(8
, 12"
Durchmesser, 150 W max. P) in Parallelschaltung. Die Box hat ein
Volumen
von ca. 100 Litern und ist mit einem Bassreflexrohr ausgrüstet.
Das
Gehäuse ist hergestellt aus 21mm-Spanplatten. Die Rückwand
ist
mit einer Mineralfaserplatte bedämpft. Der Verstärker gibt,
"angetrieben"
von einem
Fender Precision Bass,
an dieser Box einen angenehmen
Sound ab, besonders wenn man die Bässe und Mitten mit den
entsprechenden
Einstellern betont. "Funky" ist allerdings anders ;-)) Fazit: Rundherum
eine recht gut klingende Anlage, die zwar nicht den Druck von
profesionellen
Verstärkern mit P
out
>
200W erzeugen kann, die aber für
den Bluesbassisten und für kleine Anlässe durchaus
ausreichend
ist und auf Effekte fast völlig verzichtet.